Der Vorschlag, sich selbst Liebeslieder zu singen, mag seltsam klingen, aber es hat einen therapeutischen Nutzen und ist großartig für das Selbstwertgefühl – wenn man allerdings ein sehr aufgeblasenes Ego besitzt, ist es nicht unbedingt zu empfehlen.

Der Vorschlag, sich selbst Liebeslieder zu singen, mag seltsam klingen, aber es hat einen therapeutischen Nutzen und ist großartig für das Selbstwertgefühl – wenn man allerdings ein sehr aufgeblasenes Ego besitzt, ist es nicht unbedingt zu empfehlen.

Ich sang mir das erste Mal selbst ein Liebeslied, als ich im Radio all diese schmalzigen Lovesongs hörte. Mein "inneres Selbst" begann für das Wort "du" den Namen "Gott", "Schöpfer", "Quelle", etc. einzusetzen. Aus: "Du bist so schön für mich..." wurde zum Beispiel "Gott ist so schön für mich..." Es war ein großartiges Gefühl. Immer, wenn ich ein Liebeslied hörte, wurde es jetzt zu einem Gott gewidmeten Lied des Lobes und der Dankbarkeit an das Universum. Es verlieh den Liedern, die ich hörte, sicherlich mehr Tiefe. Vielleicht erinnerst du dich an die Titelfigur im Film "Sister Act" (gespielt von Whoopi Goldberg), die dasselbe tat... Sie verwandelte gewöhnliche Liebeslieder in religiöse Lieder, die sie Gott oder dem Universum widmete (oder wie auch immer du diese schöpferische Kraft nennen möchtest) - eine wunderbare Möglichkeit, um Gefühle der Liebe und Glückseligkeit zu spüren.

Dann hatte ich einen Geistesblitz. Ich fragte mich, "Wie würde es sich wohl anfühlen, diese Lieder an mich selbst zu richten?" Nun, mein Geist legte sich wirklich ins Zeug. Du hättest es hören sollen! "Was denkst du, wer du bist? Die Königin von Saba? Glaubst du nicht, dass dein Ego bereits aufgeblasen genug ist?" und so weiter und so fort. Heute weiß ich, wenn sich mein Inneres derart ereifert, ist es über etwas erschrocken.

Als ich nun darüber nachdachte, erkannte ich, dass das Singen von Liebesliedern an mich selbst diese alten Konditionierungen aufheben würde. Du kennst ja all dieses Zeugs über Selbstaufopferung und "den-anderen-immer-an-die-erste-Stelle-setzen". Die "Ich bin nicht gut genug, nicht liebenswert genug"-Leier. Ich habe also in den sauren Apfel gebissen und ignorierte die rüden Bemerkungen, die durch meine alte Programmierung in meinem Inneren auftauchten.

Anfangs fühlte ich mich etwas seltsam. "Was, wenn mich jemand hört? Was werden sie denken?" Uups, schon wieder die alte Programmierung. Ich kann meine Großmutter und meinen Vater hören, die sich darüber Sorgen machen, was die Nachbarn wohl sagen werden. Ich fuhr also fort, mir zu versichern, dass ich "das Beste im Leben verdiene", und dazu gehört auch, mich vollständig und bedingungslos zu lieben.

Je mehr ich in den Songtexten die Worte "mich" für „dich" ersetzte, desto besser fühlte ich mich. Meine Selbstachtung wuchs sprunghaft. Ich begann wirklich, mich mehr zu lieben. Wenn dir jemand (besonders ein berühmter Sänger) immer wieder sagt, dass du wunderbar bist, dass du schön bist, dass du das liebenswerteste Wesen bist, das es gibt, dann setzt sich das schließlich fest. Ich richtete also diese Worte lieber an mich als an den Mann in meinem Leben. "Du bist so wunderbar für mich, kannst du das nicht sehen. Du bist alles, was ich mir immer erträumt habe, alles, was ich brauche..." richtete sich also an mich... und versicherte mir, dass ich wunderbar war...

Ich begann, es zu glauben, ja, ich war liebenswert und schön und wunderbar. Schließlich funktionierte es mit dem Einmaleins ja auch, oder etwa nicht? Indem wir diese einfachen Zahlen immer und immer wieder wiederholten, haben sie sich so tief in uns eingegraben, dass wir, ohne groß darüber nachzudenken, mit ihnen multiplizieren können.

Eine solche Wiederholung funktioniert auch beim Aufbau von Selbstliebe und Selbstachtung. Versuche es! Singe dir selbst Liebeslieder. Es mag anfangs seltsam sein, aber es gibt dir Auftrieb und macht dir bewusst, dass du geliebt wirst. Schließlich kannst du dich selbst nicht belügen. Dein Unterbewusstes nimmt alles, was du ihm sagst, für bare Münze, deine Affirmationen werden als ultimative Wahrheit angesehen... selbst wenn du sie selbst noch nicht glaubst.

"Ich bin so schön... Ich bin alles, was ich mir immer erträumt habe, alles, was ich brauche. Ich bin so schön..."

Singe dir das oft genug vor und deine Selbstachtung und Selbstliebe werden wachsen.

Ein weiterer Schritt ist, "so zu tun", als ob Gott dir diese Liebeslieder singen würde. Das ist absolut großartig und gibt dir das Gefühl, eine fantastische Person zu sein--- und das bist du auch wirklich. Du wirst sehen: Wenn du anfängst, all diese Liebeslieder, die du im Radio hörst, auf dein persönliches und geistiges Wachstum anzuwenden, siehst du dich und die Welt vollkommen anders.

Fühlen wir uns nicht einfach großartig, wenn wir verliebt sind? Nun, was wäre, wenn wir immerzu verliebt wären? Verliebt in uns selbst und in das Universum. Eine Möglichkeit, in diesem Zustand zu bleiben ist, sich selbst diese Liebeslieder vorzusingen. Du wirst überrascht sein, welche überwältigenden Möglichkeiten sich daraus ergeben werden.

Es gibt viele Lieder, die, wenn sie an einen anderen gerichtet sind, von starker Abhängigkeit zeugen, wie etwa "ich bin nichts ohne dich"; wenn du sie aber an das Universum richtest oder an dich selbst, bringt sie das in einen ganz neuen Zusammenhang, nicht wahr? Natürlich bist du nichts ohne "dich" (ob das "du" nun du selbst bist oder das Universum)... Wie auch immer, du bist noch immer du selbst und ein wertvolles menschliches Wesen, selbst wenn dich dein Liebster verlässt.

Viele Liebeslieder sind, wenn sie an einen Mann (oder eine Frau) gerichtet sind, ausgesprochen deprimierend. Wie gesagt, das beste Beispiel ist das "Ich bin nichts ohne dich"-Klischee. Entschuldige mal, aber selbst wenn alle in deinem Leben dich verlassen, bist du noch immer "jemand". Drehe diese Lieder doch um... und singe sie zu einem höheren Zweck ... zur Steigerung deiner Selbstachtung und Selbstliebe. Und/oder richte sie an den Schöpfer, ohne den wir in der Tat nichts wären (wenn der Schöpfer – in welcher Form du ihn auch immer siehst --- nicht existieren würde, würden wir in der Tat nichts sein...).

Los, vorwärts, "singe, singe ein Lied, singe es laut und mit starker Stimme ..." und du wirst selbst stärker werden.

Mache dir nichts daraus, was die anderen sagen... du musst ihnen nicht sagen, dass du diese Lieder an dich selbst oder an Gott richtest... Tu es einfach! Es wird dir gefallen!

Autor: Marie T. Russell
Übersetzung: Susanna Naldöken
& Barbara Diertl

Übersetzt aus "Sing Love Songs To Yourself"
bei www.innerself.com.


Empfohlene Buecher (English): 

52 Things You Can Do to Raise Your Self-Esteem
by Jerry Minchinton.

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